14.01.2016

GEORG MALLITZ AM 20. JANUAR 2016, 18 UHR

Die [ID]factory lädt herzlich ein zum zweiten Vortrag des Januarforums 2016:

Georg Mallitz (Leiter der Rottstr5KUNSTHALLEN, Bochum)

+++ACCIDENTAL PLAY. VERUNFALLUNG KURATORISCHER KLISCHEES UND AMBULANTES DENKEN +++

Es wird seit geraumer Zeit versucht, des künstlerischen Denkens als einer Art neuem Elixier habhaft zu werden. In Zeiten, die von Unsicherheit, Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit geprägt sind, würde sicherlich ein einziger Tropfen eines solchen Elixiers genügen, um insbesondere wirtschaftliches Denken fit zu halten für die Zumutungen und Wagnisse hochkomplexer Gesellschafts- und Wirtschaftordnungen.

So werden eine Vielzahl von Künstler*innen genauestens zu ihren Denkweisen befragt und die Ergebnisse hernach mit den Methoden dieser Künstler*innen korreliert, um Tropfen für Tropfen an das ersehnte Destillat zu gelangen.

Dem entgegen folgen wir dem französischen Philosophen Jacques Ranciere, der von einem Denken der Kunst ausgeht, das von den Kunstwerken selbst ausgeführt werde. Ranciere unterstellt Kunstwerken eine Tatkraft, die aus ihrer Verbindung zu einem eigenschaftslosen Schaffensort herrührt, an dem alles unsignifiziert und unsubjektiviert einfach so existiert.

Es wird weiterhin mit Jaques Derrida angenommen, dass es sich bei diesem ortlosen Ort um Platons Chora („weder Sein noch Werden, sondern etwas Drittes, kaum zu fassendes “) handelt.

Und drittens stimmen wir Giorgio Agambens Beschreibung von Künstler*innen zu, denen dieser ortlose Ort zugänglich zu sein scheint aufgrund ihres unablässigen Auftauchens aus dem Nichts des Ausdrucks und einer unverständlichen Lage jenseits ihrer selbst.

Was diese Art von verworrener Erkenntnis (Hegel) mit Peripherie ohne Zentrum, der demaskierenden Kraft von Verunfallung und der herumirrenden Ambulanz des Odysseus zu tun hat, erfahren Sie am 20.1. um 18.00 Uhr

Georg Mallitz studierte Geologie, Chemie, Philosophie und Kunstgeschichte in Aachen, Bochum und Köln. Nach dem Studium arbeitete er einige Zeit als Explorationsgeochemiker in der Ölindustrie, danach vermittelte er als Freelancer Wissenschaft, Philosophie und Kunst in verschiedensten Museen vor allem im Raum Rhein-Ruhr. Seit Anfang 2000er Jahre eigene kuratorische Projekte und Tätigkeit als Autor. 2009-2011 Lehrbeauftragter im Studium Generale der Folkwang Universität der Künste. Seit 2011 als Kurator für Gegenwartskunst in den Rottstr5 KUNSTHALLEN Teil der Künstlerischen Leitung. Ende 2013 – Ende 2015 alleiniger Künstlerischer Leiter der KUNSTHALLEN, seitdem Teil eines KuratorInnenteams der Rottstr5 KUNSTHALLEN ohne Leitung. Seit Mitte 2014 außerdem Kurator für Interdisziplinären Dialog am Zentrum für Peripherie (Düsseldorf & Nebelin), das von den Künstlerinnen Ute Reeh und Irene Hohenbüchler initiiert worden ist.

www.rottstr5.de

Beginn: 18 Uhr, anschließend Diskussion und Umtrunk

Ort: [ID]factory/Hallen, Leonhard-Euler-Str. 4 (Emil-Figge-Str. Einfahrt 4-7)